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Mein Gartenparadies

Aus meinem Herbstgarten

Knotengarten

Anlage und Pflege

Im März 2010 hat sich endlich mein großer Gartentraum erfüllt: Ein eigener Knotengarten! Lange habe ich im Internet nach einem passenden Muster gesucht. Gar nicht so einfach, die Auswahl ist riesig und der Knoten sollte ja auch eine gewisse Form und Größe haben, damit er zu meinem Garten passt. Aber nach langem Suchen habe ich dann doch einen für mich passenden Knoten gefunden.

Und dann ging es auch schon an die Vorbereitungen. Zunächst musste im Rasen ein Beet angelegt werden, in den der Knoten hineinsollte. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für zwei große Kreise entschieden, die miteinander verbunden sind. So konnte ich die eine Hälfte des Beetes mit meinem heiß ersehnten Kugelahorn bepflanzen und die andere Hälfte für den Knoten reservieren. So sah der Garten vorher aus ... öde Rasenfläche und ein "wunderschöner" Kindersandkasten. Nun gut, der musste weichen...


Dann wurde mit einem Gartenschlauch die Form des geplanten Beetes ausgearbeitet...


Sorgfältig wurde die Grasnarbe entfernt, dann wurde das Beet mit Pflastersteinen begrenzt, damit der Rasen nicht ständig in das neue Beet hinein wächst... Der Kugelahorn hat hier schon sein Plätzchen gefunden...



Nun kam aber erstmal der schwierigste Teil: Ich musste von einem Foto im Internet das Muster des Knotens auf Papier übertragen und zwar frei Hand! Gar nicht so einfach, aber mit Hilfe meines begabten Mannes ;-) dann doch nicht so ein großes Problem - da hat sich das Ingenieurstudium doch bezahlt gemacht *lach*.

Nun war aber die Frage:  Wie viele laufende Meter Buchs kommen nun wirklich in der Originalgröße zusammen? Schließlich musste ich ja wissen, wie viel Buchs ich kaufen muss. Hier hat uns ein nettes kleines Gerät meines Vaters gute Dienste geleistet. Dieses setzt man normalerweise für Straßenkarten ein, um eine Länge auszumessen und den Maßstab entsprechend umzurechnen. Mein Knotenmuster besteht nämlich nur aus Kurven und so konnte ich leider nicht einfach ein Lineal anlegen, um die Länge der Linien zu berechnen.

Nachdem wir alles ausgerechnet hatten, kamen wir zu dem Ergebnis, dass etwa 440 Buchspflanzen von Nöten wären, um den Knoten zu pflanzen und den zweiten Teil des Beetes zusätzlich mit einer runden Buchshecke zu versehen.

Die benötigten Buchspflanzen (Sorte: Buxus sempervirens aborescens) habe ich schließlich in der Gärtnerei meines Vertrauens bestellt, da diese sich u. a. auf Buchs spezialisiert hat - sehr praktisch! Kurze Zeit später bekam ich auch schon die gewünschte Menge an Buchspflanzen angeliefert - hätte ich alle mit dem Auto holen wollen, wäre ich wohl einige Male unterwegs gewesen *grins*.

Nun wurde es Zeit, das gewünschte Muster auf das Beet zu übertragen. Hierzu steckte ich Stöcker rund um das Beet in die Erde (immer in einem bestimmten, vorher berechneten Abstand) und verband sie mit kräftigem Bindfaden. So entstand schön langsam ein Gittermuster.




Meine gezeichnete Vorlage hatte ich auch mit einem Gitter versehen und konnte nun das Muster Kasten für Kasten mit Hilfe von Vogelsand maßstabsgetreu auf den Erdboden übertragen und so entstand schön langsam das gewünschte Muster...



Zunächst begann ich mit dem Pflanzen des Buchses während die Schnüre noch gespannt waren. Ich habe dann aber sehr schnell gemerkt, dass das sehr umständlich ist. Deswegen entfernte ich die Stöcker und Bänder wieder. Aufpassen musste ich nur, dass ich beim Pflanzen nicht auf die Markierungen trat und diese damit im Erdboden verschwanden.




Nach einigen Stunden Arbeit war es dann aber geschafft und alle Pflanzen saßen dicht an dicht im Boden.



Nun wurden die Zwischenräume mit Pinienmulch bedeckt. Pinienmulch deswegen, weil seine Farbe wunderbar zu unserem Haus einschließlich Fensterrahmen passt. Möglich wäre aber natürlich auch die Verwendung von weißen Kieseln, Rindenmulch o. ä.

Und dann war es auch geschafft! Am Abend sah das Ergebnis dann so aus:



Den ersten Schnitt habe ich dem Knoten dann im Mai 2010 verpasst und nach einem halben Jahr sah das Muster schon so aus...


So nach einem Jahr...


Und im Sommer 2012, also gute zwei Jahre nach der Anlage, dann schon so...




Einmal im Jahr - meistens im Mai - wird der Knoten bei mir geschnitten ... es ist immer ein schönes Erlebnis, zu sehen, wie sich aus dem struppigen Gewusel langsam aber sicher wieder ein schöner und gepflegter Knoten entwickelt.

Im Jahr 2012 sah der Knoten vor dem Schnitt so aus...


Grün und saftig zwar, aber doch auch ein bisschen ungepflegt. Ich arbeite beim Buchsschnitt gerne mit alten ausrangierten Handtüchern, die ich um die Pflanzen lege, um die herunterfallenden Blätter aufzufangen. Das erleichtert das Entsorgen später doch sehr. Eine Zeit lang habe ich mit Müllsäcken gearbeitet, die aber bei jedem Windstoß durch die Gegend flogen und dabei die abgeschnittenen Blätter gleich großzügig im Garten verteilten.

Hilfreich zur Seite steht mir beim Schnitt schon seit Jahren eine kleine Akku-Handheckenschere, bei der ich mich aber für den Aufsatz für Rasenkanten entschieden habe. Eigentlich ist bei diesen Scheren für den Buchsschnitt ein längerer Schwertaufsatz vorgesehen, mit dem ich persönlich aber überhaupt nicht zurecht komme.

Bei der Menge an Buchsbaum, die sich inzwischen in meinem Garten befindet, reicht eine einzige Akkuschere  auch nicht aus, da der Akku nach ca. 1 1/2 Stunden leer ist und neu aufgeladen werden muss. So habe ich mir noch eine zweite Schere zugelegt, dann kann immer eine an der Steckdose hängen und sich erholen *lach*.


Hier kann man schon erkennen, wie der Knoten wieder zum Vorschein kommt ...





Nach zwei Stunden ist es dann geschafft und das Muster ist wieder gut zu erkennen...




Natürlich habe auch ich große Sorge vor dem berüchtigten Buchsbaumpilz. Wie ich in anderen Gartenblogs gelesen habe, haben einige von Euch den Kampf gegen den Pilz schon aufgegeben und befallene Pflanzen entsorgt. Dazu konnte ich mich bis jetzt noch nicht durchringen, obwohl der Pilz schon seit Jahren in meinem Garten wütet. Im Herbst 2011 hatte der Buchsbaumpilz dann auch meinen Knotengarten erreicht ... an einigen Stellen standen nur noch die nackten Stängel da. Mit dem Neuaustrieb im Frühjahr 2012 hat sich der Knoten aber wieder erholt.

Sicherheitshalber spritze ich von Zeit zu Zeit ein handelsübliches Pilzmittel, obwohl gar nicht so wirklich klar ist, ob das überhaupt Sinn macht.
Sei es drum ... meine Erfahrung ist inzwischen die, dass der Buchs sich regelmäßig wieder von dem Pilzbefall erholt. Selbst Heckenteile, die fürchterlich kahl und/oder braun aussahen, sind heute wieder so gut erholt, dass man keinen Unterschied zu vorher mehr erkennen kann. Ein kräftiger Rückschnitt wirkt oft Wunder. Ich werde also auch weiterhin versuchen, dass Problem auszusitzen und hoffe, dass irgendwann ein Mittel gefunden wird, den Buchsbaumpilz endgültig zu bekämpfen.

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich finde den Knotengarten großartig. Auch ich halte mich unheimlich gerne im Grünen auf und weiß wie viel Arbeit dieses Prachtstück gemacht haben muss. Tolle Idee und super Umsetzung. Das hätte ich auch gerne in meinem Garten ; )

    Liebe Grüße

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  2. Dein Knotengarten ist wunderschön! Und deine Anleitung ist super detailliert. Das wäre doch etwas für ww.mach-mal.de! Hast du nicht Lust, dein Projekt und die Bilder dazu dort hochzuladen? Ich würde mich über deinen Besuch freuen! Liebe Grüße, Juliane von "Mach mal"

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  3. Es war richtig schön die Entstehung deines Knotengarten miterleben zu dürfen - es wird ein ewiger Traum von mir bleiben, denn auch bei mir wütet der Pilz jedes Jahr und einige Pflanzen haben sich leider dann doch auf Dauer verabschiedet. Ich wünsche dir ganz viel Glück, denn es wäre wirklich viel zu schade, wenn irgendwann mal der Pilz Oberhand behalten würde.
    GlG Christina

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  4. Wahnsinn! Ich bin echt begeistert von der detaillierten Beschreibung und den Fotos.
    Von einem Knotengarten habe ich zum ersten Mal auf deinem Blog gesehen und will so etwas jetzt auch haben! =)

    Viele Grüße

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  5. Wow, der Garten und speziell der Knoten sehen wirklich sehr hübsch aus. Gefällt mir sehr gut. Ich wünsche weiter viel Spaß beim Gärtnern.

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  6. Hammer! Sehr coole Idee, da zeige ich gleich mal meine Frau. Habe leider nur nicht so ein grossen Garten. Doch man kann es auch bestimmt als Randgestaltung setzen.

    Gruss vom Berliner Gartenfreund Kalle

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  7. Liebe Anja,
    dein Garten sieht märchenhaft aus! Wunder-, wunderschön! Großes Kompliment! Der Knotengarten ist vielleicht toll! So etwas habe ich noch nicht gesehen! WOW!
    Ganz viele, liebe Grüße,
    Tanja

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  8. Es sieht einfach wunderbar aus. Das hatte ich vorher noch nie gesehen. Es macht viel Arbeit, wie man auf den Bildern gut erkennen kann, aber der Anblick hinterher.... der Wahnsinn...
    Liebe Grüße
    Ulli von Ulliswelt.blogspot.de

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  9. Hallo Anja,
    bin gerade auf Deinen Blog und Deinen tollen Knotengarten gestoßen. Das sieht ja super schön aus! Ein Menge Arbeit die Du da investierst. Aber es lohnt sich. Ich traue mich nie ans schneiden der Buchsbäume ran. Wir haben nur zwei Beete die mit einer Buchshecke begrenzt werden. Die sind noch recht jung aber ich scheue mich trotzdem vorm Schneiden. Ob ich das so gerade hinbekomme???
    Liebe Grüße
    Matthias

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  10. Eine wunderschöne Idee, auch die Bepflanzung unter dem Baum und der Sitzplatz sind gelungen. Vielen Dank für den Tipp mit den Handtüchern. ;-)))

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  11. Hallo Anja,
    bin heute das erste Mal hier hereingestolpert. Ganz ganz toll, Dein Knotengarten! Mit dem Pilz habe ich bisher die gleiche Erfahrung gemacht. Die kahlsten Exemplare habe ich allerdings doch entsorgt und die kräftigen drumherum haben bisher durchgehalten.
    Viele Grüße
    Karen.

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  12. Und wieder, einfach nur wunderschön! Bei meinem jetzigen Gartenstand kann ich davon nur Träumen ;)
    Liebe Grüße von Janine
    http://rehwiese.blogspot.de/

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  13. Wow, das ist ja großartig, wie in einem Schlosspark! Auf so eine Idee muss man erst mal kommen, das hat wirklich nicht jeder. Dein Garten gefällt mir generell sehr gut. Auch der Teich und die Schattenbeete sind sehr schön und romantisch und alles so topgepflegt!

    Wenn Du Lust hast, bist Du gerne eingeladen, auch mal bei mir vorbeizuschauen. Wir haben seit letztem Jahr einen Schrebergarten in Berlin. Der Garten ist ganz anders als Deiner, eher etwas wilder, aber mit vielen Rosen und Stauden auch romantisch, wie ich finde.

    Liebe Grüße
    Jessica

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  14. Hallo Anja,
    ich kann mich Jessica und den Vorrednern nur anschliesen! Richtig toll und kreativ!
    Davon können wir mit unserem Kita-Garten nur täumen...
    Viele Grüße
    Kirsten

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  15. Hallo,
    sowas hab ich noch nicht gesehen, das ist ja unglaublich! Und wie toll du alles beschrieben hast, mein Kompliment!
    VG
    Petra von gartenaeffchen/blogspot.de

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  16. Hallo,
    sowas hab ich noch nicht gesehen, das ist ja unglaublich! Und wie toll du alles beschrieben hast, mein Kompliment!
    VG
    Petra von gartenaeffchen/blogspot.de

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  17. Very beautiful! Thanks for the detailed description of the process.

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  18. Mein Quadrat hat 180 Einheiten Kantenlänge.
    Mittelpunkt der Kreisbögen liegen auf den Achsen des Mittelkreuz das ich mir in das Quadrat denke. und zwar 30 Einheiten vom Rand weg. Bei 90 Einheiten ist Mitte habe also alles gedrittelt.

    Man kann den Mittelpunkt der Kreisbögen beliebig verschieben. Darauf bin erst dank Deiner Inspiration gekommen! Hirn läuft doch noch nicht so optimal.

    Je weiter innen die Mittelpunkte der Kreisbögen sind um so größer wird die leere Fläche in der Mitte. Der Knoten bildet im Extrenfall einen dreifach geflochtenen Kreis. Als alter Seefahrer fällt mir dabei der Türkenbund ein.

    Habe in Pagemaker gemalt, das kann ich leider nicht posten. Aber irgendwo habe ich Seil ... .

    Sie inneren und äußeren Dreiecke / Spitzen werden ausgewogener wenn die Innenfläche größer wird.

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